Teil 1: Wie kommt das Neue kollektiv in die Welt & wie bleibt es? Mein"Book of Life" während "C"


Tagebuch Auszug: In "C"-Zeiten die Chance des Nadelöhrs nutzen - Schwarmintelligenz erkunden durch Embodiment & Systemische Aufstellungen Donnerstag, 12.03.2020 - 09:00 der Anstoß. Gleich starte ich mit meinen Kolleginnen den ersten Tag des Basismoduls. Dieses Jahr stehen wir zum ersten Mal nicht zu dritt sondern zu sechst auf dem Spielfeld als Co-Ausbilderinnen im CoCreative Campus. Ich gehe vor dem Anstoß nochmal kurz raus in die Cafe Lounge, begrüße die Teilnehmenden. Die erste kommt mit ihrem Handy auf mich zugelaufen, nimmt sich nur kurz Zeit für die Begrüßung: "Die schließen jetzt wirklich alle Schulen in Deutschland. Ich muss noch die Kinderbetreuung organisieren." Kurz zucke ich vor Schreck zusammen, denn ich habe auch einen Grundschulsohn, aber die Freude auf die Begrüßung ist dann doch größer. Die Antwort kommt gleich von rechts von einem anderen Teilnehmer: "Nee, das brauchst Du wahrscheinlich gar nicht, wir werden alle im Homeoffice ab Montag sein. Ach, hallo Marion, länger nicht gesehen."

Und so geht es die nächsten Stunden, ja 3 Tage munter weiter. Zwischen ambitioniertem Start der Modulreihe zu "Cokreativer Zukunftsgestaltung" und dem parallelem Start des "Big C" Lockdowns pendeln wir live auf 2 Spielfeldern hin und her. Du fragst dich sicher, warum ich das hier erzähle? Weil ich es erstaunlich und neu fand, wie wir es mit 21 Frauen und Männern zwischen 26-56 Jahren aus Unternehmensführung, Projektleitung und Prozessbegleitung/Coaching geschafft haben, inmitten eines gesellschaftlichen Umschwungs 2 Spiele parallel laufen zu lassen: Erstens das Annehmen und Managen der Konsequenzen des Lockdowns für die eigene Firma und das Privatleben. Zweitens die co-gestaltende Bearbeitung der mitgebrachten Praxisfälle durch cokreative Falldialoge - mit einer Zutat, die manchmal noch wie ein Geheimnis gehandelt wird: Embodiments und Aufstellungen. Wir alle haben eine Story - was passiert, wenn wir sie vernetzen? Kollektive Intelligenz für Zukunftsgestaltung als wirksam und stimmig erleben.

Samstag 14.03.2020 - 19:00, der Zwischenstand. Ich fahre nach Hause nach 3 Tagen Workshop. Das nächste Woche anstehende Homeschooling für meinen Sohn ist in trockenen Tüchern, meine Coachingkunden auf online umgeswitcht, die Gedanken an wirtschaftliche Konsequenzen erst mal in den Gehirnteil "tbd" verschoben. Das Feedback der ersten drei Tage des Basismoduls klingt noch nach. Ich gehe nochmal alle Fälle durch, die ich mit bearbeitet habe. Besonders intensiv war der Fall einer Geschäftsführerin, die an einem Entscheidungspunkt für sich und die Firma steht. Auch dieses Mal haben die Embodiments* einen Durchbruch gebracht. Embodiments kann man sich vorstellen wie eine kleines Theaterstück, bei dem nicht geredet wird. Doch zurück zum Beginn des Nadelöhrs: Die Fallbearbeiter*innen hatten kognitiv das eigentliche Anliegen hinter dem vordergründigen Anliegen herauskristallisiert. Sie haben gemeinsam mit der Falleingeberin die Ursachen für ihr Dilemma als Geschäftsführerin und deren Auswirkungen gut auf den Punkt gebracht. Rein kognitiv schien der "Knackpunkt" des Falles benannt zu sein. Das ist ja schon mal die halbe Miete, dieses Erkennen und Anerkennen, was wirklich ist. Beim Gang durch das Nadelöhr - d. h. dem Weg von der aktuellen Gegenwart in die sich zeigende Zukunft - ist es oft hilfreich, noch eine Ebene tiefer zu schauen auf die Interessen und deren Kinder, die Emotionen und Werte. Je besser man sie erkennt und beachtet und später in die Zukunftslösung einbezieht, umso nachhaltiger ist diese. Das ist eine der Kernaussagen der Theorie U***, die uns als Basisarchitektur für cokreative Zukunftsgestaltung dient.

Bevor die Fallbearbeitenden nun cokreativ die Zukunftslösungen erdachten, gingen sie den "Umweg" über ein Embodiment - d.h. sie visualisieren gemeinsam mit ihrer Mimik und Gestik in einer sozialen Skulptur den "Knackpunkt", an dem der Fall schon seit einigen Monaten immer wieder ins Stocken kommt. Die Reaktion der Falleingeberin auf diese Visualisierung ihres "Nadelöhrs" war kurz aber heftig. Wie wenn ihr jemand ein Brett vorm Herzen weggenommen hatte, konnte sie fühlen (emotional & sensorisch wahrnehmen): "O.k., genau so verwirrt bin ich, wie die vier das hier gerade spiegeln. Wenn ich mich selber anschaue wird mir klar, wo ich mich selber ausbremse. Kein Wunder, dass meine Führungskollegen mich als unklar wahrnehmen und meine bisherigen Versuche für eine Veränderung nicht auf fruchtbaren Boden fielen.". Sie konnte die Dynamik der Mitspieler in ihrem Fall klarer sehen. Und sie sah ihren eigenen Beitrag zu der stockenden Situation unbestechlich deutlich vor Augen. Das 1. Embodiment zeigte das, wo es stockt. In einem 2. Embodiment visualisierten die Fallbearbeiter*innen sensorisch-intuitiv ein Lösungsbild, das für die Falleinbringerin etwas NEUES in ihre Welt brachte. Wie machten Sie das? Sie beamten sich von der Zukunft in diese hinein statt von der Vergangenheit her eine Prognose zu machen. In der Nachlese zu diesem Fall haben alle Co-Gestalterinnen hilfreiche Impulse für eigene Themen ableiten können. Das eine Spiel hat das andere befruchtet und für alle Beteiligten etwas Neues in die Welt gebracht .

Ostersonntag, 05.04.2020 - 18:00, die Halbzeit. Das von "C" geprägte Osterfest mit meiner Familie klingt langsam aus. Ich merke, wie ich trotz der "C" Herausforderungen innerlich erstaunlich gelassen bin. Ich habe gestern etwas erleben dürfen, das mein Vertrauen gestärkt hat. Denn gerade jetzt kommt viel Neues in die Welt und ich bin - wie alle anderen - davon ein Teil. 36 Stunden zuvor moderierte ich eine Online Aufstellung**

Lust auf mehr "von der Zukunft her mit Embodiments & UAufstellungen denken statt von der Prognose der Vergangenheit her?" 
Embodiments & U-Aufstellungen erkunden & vertiefen.  Jeder  hat eine Absicht. Jeder hat Emotionen. Emotionen und Absichten lassen  uns Geschichten erleben, die unser Selbst prägen. Aus Geschichten  entsteht Zukunft. Embodiments & U-Aufstellungen sind ein  Zukunftsraum, im dem Geschichten erkundet werden, die das NEUE in die  Welt bringen und bleiben lassen. Embodiments & U-Aufstellungen sind  Geschichten über MICH. DICH. REIFUNG. ORGANISATION. FAMILIEN &  UNTERNEHMEN. GESELLSCHAFT. 

Reservierungslinks für Aufstellungen:


3-4 Stunden Reise: In einer Online U-Aufstellung diesen sich zeigenden Zukunftsraum erkunden.

1 Tages-Reise: Aufstellungstage im Oberbergischen bei Köln/Bonn/Siegen

2 x 3 Tagesreise: Im CoCreative Campus im Modul 3 „Systemische Aufstellungen mit dem cokreativen U-Prozess“ als Weiterbildung oder persönliche Intensivzeit:

Methoden: System-Aufstellungen nach TheoryU (Fokus Business), Systemische Wahrnehmung & Prinzipien, (manchmal verborgene) Soziale Dynamiken, Personal Awareness, Special: Ich-Entwicklungs-Profil zur Potentialentfaltung

Fokus: Einfache Business Aufstellungen anleiten lernen zur Reduktion von Komplexität, Vertiefen von Gemeinschaftserlebnis und Erkunden von Business Innovation. Mit Aufstellungen visualisieren: Wie sieht eine stimmiges Team / Organisation aus? Wie gestalte ich einen agileren Prozess? Wie geht wirksame Zukunftsgestaltung für Führungskräfte und Facilitatoren ? Wie gestalte ich meinen eigenen Platz im Leben & in Organisationen stimmig? Wie kommt das NEUE in die Welt und wie bleibt es? 


Autorin: Marion Quaas-Reinhard ist Coach für Leadership und Persönlichkeitsreifung mit dem Ich-Entwicklungsprofil. Für Organisationen ist sie Transformation Coach für Zukunftsgestaltung & Systemische Organisations-Aufstellungen. Zusammen mit Top-Managerinnen ist sie Co-Founder des 'Team CoCreative' und des CoCreative Campus - eines Programms für "Cocreative Facilitation & Leadership". Hier erkunden innovative Andersdenker neue Wege für Zusammenarbeit, nachhaltige Transformation und Neurokommunikation und setzten es in Prototypen um. Als Spezialistin für das U-Process-Design erhielt sie den Europäischen Preis für Training, Coaching, Beratung in Bronze und den Deutschen Preis in Gold. Sie forscht zur Integration der Theorie U in Aufstellungen und zu Themen wie Ich-Entwicklung/Reifegradprofil, Familienunternehmen und gesellschaftspolitischen Themen. Sie ist Podcasterin von WerteVoll - einem Interviewpodcast.

Zeichner: Antarion ist Graphic Recorder und Visual Facilitator. Seine Bilder fassen die mehr als tausend Worte zusammen, die Marion manchmal schreibt. Auf Kongressen, in Workshops und für Key-Präsentationen von Unternehmern formt er aus den Kerngedanken der Redner die Bilder. Einige seiner Kunstwerke kann man im Webshop erwerben und in seine Präsentationen oder Workshops einbauen. Auf seinem Youtube Kanal antarion_de gibt er Tipps und Tricks für alle, die mehr und einfach visualisieren wollen.


*Erläuterung: Embodiment ist eine Disziplin der Neuro-wissenschaften und erforscht Prozesse, die eine Wechsel-wirkung zwischen Körper und Geist zeigen. Erfahrung und Phänomenologische Beobachtung spielen eine Rolle. Embodiment als Methode ist ein Instrument der Erkundung und der Zukunfts-gestaltung a) Self Awareness: Je achtsamer ein Mensch seine eigenen emotionalen Zustände wahrnimmt und sensorisch erfasst, umso größer ist die Chance, diese aktiv zu gestalten anstatt nur passiv ihnen ausgesetzt zu sein. b) Social Awareness: Je achtsamer eine soziale Gruppe einander zuhört - auch sensorisch-emotional -, umso besser kann sie "CoKreativität und kollektive Intelligenz" aktivieren. c) Emerging Future Awareness: Je mehr Sinne - auch die sensorische-emotionale Intelligenz - zur Visualisierung von Zukunft aktiviert werden, umso deutlicher werden die Gestaltungsimpulse. Ein Trick aus der Neurobiologie sei hier verraten: Wenn eine Erkenntnis nicht nur in Gedanken gedacht und in Worten gesprochen, sondern auch als gezeichnete oder körperliche Visualisierung (Embodiment) eine Form findet, umso mehr Synapsen im Gehirn sind aktiv dabei! Man nennt das "Imprint" einer Botschaft. Die Nachhaltigkeit steigt signifikant! *Erläuterung: Systemische Aufstellungen sind Räume, die sich aufspannen, damit sich unsere Geschichten in diesen entfalten und wandeln können. Mit Aufstellungen visualisieren wir persönliche und berufliche Themen und Fälle aus Organisationen oder Gesellschaft. Dadurch erkundet man neue Perspektiven und versteht die aufgestellten Themen anders und besser. Die Visualisierung hilft dabei, Komplexität zu reduzieren und emotionale Klarheit zu schaffen. In einer Aufstellung visualisiert man "das System", d.h. die verschiedenen Aspekte eines Themas und die Mitspieler. Es gibt Personen, die sich für jedes der Systemelemente als Repräsentanten zur Verfügung stellen. D.h. sie verkörpern ein Element und sprechen die damit verbundenen Eindrücke. Bei einer Online Aufstellung nutzen wir Kollaborationsplattoformen wie Miro oder Google Drive. Hier bewegen die Repräsentanten gleichzeitig "ihre Spielfigur" und erkunden so unter moderierter Anleitung der Aufstellungsgastgeber*in cokreativ den Fall. Je nach Fall oder Anliegen braucht es mehrere Aufstellungs-Sequenzen. Die Choreographie gestalten ich und meine Kolleginnen vom Team CoCreative entlang des U-Prozesses von Otto Scharmer. Das ist eine innovative Herangehensweise, in dem wir 2 Settings koppeln: Systemische Aufstellungen und cokreativer U-Prozess. Bei cokreativen U-Aufstellungen entsteht eine Entwicklungsdynamik aus dem Zusammenspiel von individuellen Praktiken und kollektiver Intelligenz.





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